
Kinder für Kultur begeistern – und generationsübergreifend Theater genießen
Theater – es gibt Kinder, die niemanden haben, der mit ihnen in Aufführungen besucht und später über das diskutiert, was im Stück passiert ist. Theaterpaten übernehmen diese Aufgabe, laden Kinder ein und besuchen mit ihnen gemeinsam Vorstellungen.
So wie es Bücher können, entführt uns auch das Theater in eine ganz eigene Welt. Schon die Vorbereitung: einen Termin haben, pünktlich kommen, sich schön anziehen, um mit vielen anderen Besuchern voller Vorfreude auf die Aufführung warten. Die ganz eigene Atmosphäre erleben, und sich von den Schauspielern in eine Phantasiewelt entführen lassen. Später wird dann diskutiert: Warum hat jemand etwas genau so gemacht und nicht anders? Wie würde ich reagieren? Welchen Bezug hat das zu meinem Leben?
Die Initiative Theaterpaten hat es sich zum Ziel gemacht, Bürger alsPaten für Kinder zu gewinnen, die ohne Unterstützung kaum Chancen hätten, Theaterstücke zu sehen. Oft sind das Migrantenkinder, aber auch solche, deren Eltern selbst keinen Zugang zu Kulturveranstaltungen finden. Die Paten – es sind inzwischen schon 65 – laden die Kinder ein, holen sie ab und besuchen mit ihnen gemeinsam eine Vorstellung, über die später nachgedacht und diskutiert wird.
Die Paten werden zuvor für ihre Aufgabe geschult und entwickeln im günstigen Fall Bindungen zu den Kindern, die über den gemeinsamen Theaterbesuch hinausgehen. Das Projekt, das mit wenig Geld viel bewirkt, ist inzwischen in die Organisation des Fördervereins Kinderfreundliches Stuttgart übergegangenen.
Neben privaten Paten übernehmen Firmen die Patenschaft für Theaterbesuche ganzer Schulklassen. Und die Zukunftsziele? In Brennpunktschulen sollen zukünftig eigene Theaterprojekte entstehen, an denen viele Kinder teilnehmen können und dabei lernen mit Sprache umzugehen, sich zu erklären und über ein Thema zu diskutieren. Die Erlöse aus der Spendenaktion Tribute To Bambi 2006 des Burda-Verlags werden helfen, das Projekt auch auf andere Städte auszuweiten.
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Kontakt: Irene Armbruster